Mittwoch, 10. Juni 2009 7:51
So seit gestern ist es endlich raus. Arcandor geht in die Insolvenz und bekommt keine staatlichen Beihilfen. Und ich muss sagen dass das die richtige Entscheidung ist. Eine Firma, die sich durch jahrelanges Missmanagement selbst in diese Lage gebracht hat und jetzt zudem noch nicht mal bereit ist, den eigenen Risikoanteil für die Rettung hoch genug anzusetzen (die Eigentümer wollten das Eigenkapital um 150 Mio € aufstocken), sondern dieses Risiko lieber vom Steuerzahlen übernommen haben will, hat das einfach nicht verdient. Klar ist es schade für die Mitarbeiter von Arcandor. Aber sorry - da kann nun Vater Staat wahrlich nichts dafür. Zumal z.B. Frau Schickedanz alleine wohl mit ihrem Privatvermögen von mehreren Milliarden Euro im Grunde genug Kapital zur Verfügung hätte, um das Ganze ohne staatliche Beihilfen über die Bühne zu bekommen.
Von dem her find ich es nur richtig und gerecht, das auch bei einem Unternehmen, das über 50.000 Leute beschäftigt, keine Ausnahme gemacht wird. Denn irgendwo isses doch so das egal ob ein Unternehmen 5, 50, 500 oder 50.000 Beschäftigte hat. Wenn ich als Chef scheiße bau und den Laden in die Pleite führe, bleibt im Normalfall nur die Insolvenz. Und Insolvenz heisst ja nun auch nich, das alle 50.000 Beschäftigten auf der Straße landen werden.
Und eines will ich noch loswerden. Ich bin wahrlich kein Fan der CDU/CSU. Aber vor Herrn von und zu Guttenberg hab ich mittlerweile tierischen Respekt. Dem ist es auch in Wahlkampfzeiten herzlich egal, ob seine Entscheidungen unpopulär sind oder nicht. Und wenn Arcandor selbst schon nicht bereit ist, die nötigen Schritte zur Rettung des Unternehmens zu gehen - warum soll es dann der Steuerzahler tun? Wenn es wirklich ein Rettungspaket gegeben hätte, wär das mit Sicherheit eine zweite Holzmann-Pleite geworden. Nur mit dem Unterschied das noch n paar Steuer-Millionen mehr verbrannt worden wären. Darüber sollen die SPD-Politiker, die jetzt gerade über Herrn Guttenberg herziehen mal näher nachdenken. Naja ich denke im September wird es vom Wahlergebnis ähnlich aussehen, wie bei der Europawahl und damit stehen die Chancen gut, das Herr Guttenberg uns als Regierungspolitiker weiterhin erhalten bleiben wird.