Mittwoch, 2. September 2009 14:05
Aktuell in den Schlagzeilen und bei Bloggern in aller Munde ist die Firma Jako, die einen derben Blogeintrag zum Anlass genommen hat, einen Blogger abzumahnen. Nachdem diese Abmahnung wohl mit modifizierter Unterlassungserklärung bezahlt wurde, gab es einige Monate später noch mal eine Abmahnung, weil der Blogger den selben Eintrag wohl wieder verbreitet haben soll. Tatsächlich war der Beitrag aber im News-Aggregator “Newstin” gelistet und wurde wohl von der Firma gefunden. Der Blog “allesaussersport” hat diese Geschichte nun auf seiner Seite veröffentlicht und damit eine Welle der Entrüstung und Solidarität für den ursprünglichen Blogger ausgelöst. Man darf gespannt sein, ob Jako sich nun mit dem Blogger einigen wird.
Was ich mich bei solchen Aktionen immer echt wundert - warum müssen solche Firmen immer gleich mit der juristischen Keule draufhauen, wenn sie einen Artikel im Netz finden, der kritisch über sie oder ihre Produkte berichtet? Solche Fälle gab es ja nun schon mehrere. Und meistens endet es in einem PR-Desaster für die abmahnende Firma, weil insbesondere in der Blog-Szene die Solidarität groß geschrieben wird und sich solche Abmahngeschichten sehr schnell hochpotenzieren. Aus einem kleinen unbedeutenden Störenfried kann dann schnell mal ein ausgewachsenes PR-Desaster werden. Nämlich dann, wenn die Meldung so große Verbreitung findet, das sich auch größere Newsportale oder sogar andere Medien wie z.B. das Fernsehen dafür interessieren. Den vermeintlichen Schaden, den der beanstandete Blogeintrag angerichtet hätte, ist dann im Regelfall ein Klacks zu dem Imageschaden, den solch ein PR-Gau nach sich zieht.
Aber einige Firmen scheinen die Macht des Internets immer noch nicht richtig einschätzen zu können, oder verkennen diese völlig. Das ist wohl der Hauptgrund für solche Aktionen. Das aber die juristische Keule nicht immer das geeignete Mittel ist, um jemanden ruhig zu bekommen, bedenken die Firmen im Vorfeld nicht. Da wird dann munter drauf los gemahnt und sich hinterher gewundert, warum man plötzlich als Buhmann dasteht, obwohl man ja nur den Ruf seiner Firma und Produkten schützen wollte.