…und was ist mit dem Mittelstand?

Ich habe gerade im Netz nen Artikel gelesen, der mir sehr aus der Seele spricht: http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10532

Dort geht es darum, das Deutschland mit der wachsenden Zahl der Auswanderwilligen den eigentlichen Wirtschaftsmotor Mittelstand verliert.
Ein Satz aus dem Artikel den ich besonders treffend finde ist dieser hier:

“Während wir endlos über die Extreme von oben (Topmanager und deren Gier) und unten (Mindestlohn-Empfänger und gewalttätige Migrationsjugendliche) diskutieren, vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen sollen.”

Ich glaube das beschreibt die aktuelle Situation doch ganz gut. Denn mit der Mittelschicht wandert immer mehr Wirtschaftskraft ins Ausland ab. Der eigentliche Wirtschaftsmotor Deutschlands kommt langsam aber sicher ins Stottern. Denn einen Großteil des Gesamtsteueraufkommens tragen nicht die großen Global-Player sondern z.b. das kleine Handwerkerle mit seinen 5 - 10 Angestellten oder der mittelständische Maschinenbauer mit um die 50 Angestellten.

Und ganz ehrlich - ich habe auch schon einige Male mit dem Gedanken gespielt, diesem Land den Rücken zu kehren. Einzig die Tatsache, das es mit meiner Selbständigkeit im Moment so gut funktioniert, hält mich hier… So langsam sollte unsere Politik mal aufwachen und sich um die wirklich wichtigen Probleme in diesem Land kümmern - nämlich die Bindung der Mittelschicht an ihre Heimat! Denn sonst könnte Deutschland in 20 oder 30 Jahren von einer Wirtschaftsmacht zum Schwellenland mutieren…

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Autor: gESTALTUNGSmETZGER
Datum: Samstag, 2. Februar 2008 10:06
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4 Kommentare

  1. 1

    Ich hab’s gemacht und bereu’s kein Stueck.

    Heimaturlaub in Deutschland zeigt mir eigentlich jedes Mal nur, wie schoen ich es jetzt hier in Dublin habe. Auf dem Rueckflug die ersten Blicke von meinem neuen Zuhause zu sehen, freut mich immer wieder sehr.

    Es war eine sehr gute Entscheidung.

  2. 2

    Moin Manuel,
    Kritiker sagen übrigens, dass die Auswanderung gar kein Problem ist, weil die meisten nach einigen Jahren eh wiederkommen und neue (Berufs-)Erfahrungen mitbringen. So ganz kann und will ich mich dieser Meinung nicht anschließen, denn wenn ich mich entschließen sollte nach Kanada oder Neuseeland auszuwandern, würde mich nichts mehr zurück nach Deutschland ziehen… ;)

  3. gESTALTUNGSmETZGER
    Mittwoch, 6. Februar 2008 11:07
    3

    denk ich auch… zurückkommen werden meistens die, die es im anderen land nicht schaffen. wenn ich mir dort allerdings eine existenz aufgebaut habe und auch soziale kontakte geknüpft habe, wird die rückkehr nach deutschland immer unwahrscheinlicher… problem ist halt auch, das viele, die ins ausland wollen oft ziemlich naiv an die sache rangehen… diverse auswanderershows im tv zeugen ja davon. ohne sprachkenntnisse, geld und die aussicht auf einen gesicherten arbeitsplatz geht manch einer in ein fremdes land und wundert sich dann, das ihn keiner haben will.

  4. 4

    Naja, es geht ja eher um die Fachkräfte in Führungspositionen. Wenn so ein Hartz IV Empfänger denkt er kann ohne Spanischkenntnisse in einem fremden Land einen Job finden und besser leben, soll er meinetwegen da bleiben. Aber es scheint so zu sein, dass Führungskräfte irgendwann wirklich zeitlich begrenzt ins Ausland gehen, um ihre “Biografie” zu vervollständigen. Aber wie gesagt, ich könnte mir nicht vorstellen, wieder zurück zu kommen, wenn ich weiß dass es mir in dem Land auch gut/besser geht.

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